Vermutlich war es einfach Pech. Mitten in einer Reportage über den Kampf gegen Milzbrand war dieses Inserat platziert. Vorne rechts, wie es von Werbetreibenden immer gefordert wird. Und im dramatischen Bildbericht aus dem gebeutelten Amerika sah man lauter Männer in gelben Schutzanzügen aus Plastik mit Masken und Handschuhen. Auf einem Bild spritzten sie sich gegenseitig ab, um ja eine Kontamination mit den tödlichen Bakterien zu vermeiden. Wie gesagt, es war wohl einfach Pech, dass das Inserat von Hugo Boss mitten in diesem aufwühlenden Artikel platziert wurde. Dennoch werde ich nicht schlau aus der Kreation. Was um Himmels willen tut der junge Mann in seinem grauen Plastikanzug? Es sieht doch so aus, als würde er abgespritzt. Mir ist jedenfalls kein Regenwetter bekannt, bei welchem Wasser derart gebündelt zu Boden prasselt. Oder steht er unter einem Wasserfall? Was will uns das Inserat sagen, respektive verkaufen? Vermutlich geht es tatsächlich einfach darum, einen neuen gestylten Regenschutz in dezentem Grau für besonders nasse Tage darzustellen, und wäre die Anzeige nicht just neben der Anthrax-Geschichte publiziert worden, hätte es keine unschönen Assoziationen gegeben. Ich sags ja, vermutlich war es einfach Pech. Und das ist in diesem traurigen Herbst nicht weiter überraschend.
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