In einem E-Mail bin ich kürzlich als Mann gerügt worden, der Probleme mit dem Sex habe, nachdem in dieser Rubrik verschiedentlich sexistische Inserate kritisiert worden sind. Der Mann wird sich jetzt erneut ärgern, denn ich hab wieder eines entdeckt. Es gehört in die Kategorie «muss denn das sein?» und zeigt eine atemberaubend schöne junge Frau, die verführerisch lächelnd und eines ihrer wohlgeformten Beine zeigend, für ein Auto wirbt. Mein Gott, sind wir immer noch nicht weiter? Wenn den Werbern wirklich nichts mehr einfällt, verfallen sie auf die kümmerliche Idee, ein Auto mit einer attraktiven Gestalt weiblichen Geschlechts zu vergleichen. Betrüblich ist das. Gewiss, das Auto sieht sehr ordentlich aus und erfüllt durchaus hohe ästhetische Ansprüche, verfügt es aber über keinerlei andere Vorzüge, die man kommunizieren könnte? Da kann man sich bloss fragen, ob es nun an Kreativität, der Marketingidee oder am Briefing mangelt. Wie auch immer, das Ergebnis ist ernüchternd und ärgerlich. Jetzt unterstellt mir der E-Mail-Schreiber wohl wieder, ich hätte Probleme mit Sex oder dem anderen Geschlecht, dabei hab ich bloss Probleme mit solch unorigineller Werbung.
|