Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes hat viel Gutes gebracht: Tiefere Preise, eine eigentliche Innovationsflut und eine dadurch angeregte Werbetätigkeit, die sich vor allem zugunsten der in letzter Zeit doch erheblich gebeutelten Medien ausgewirkt hat. Leider hält die quantitative Zunahme des Werbevolumens nicht Schritt mit der Qualität der Inhalte. Ein leuchtendes Beispiel für diese Feststellung ist der TV-Spot, den ich in den letzten Wochen mehrfach habe über mich ergehen lassen müssen, und dessen Aussage mir nach wie vor schleierhaft ist. Da verbreitet ein von einem «menschlichen Kasperli» bewegter böser Holzkasperli Phrasen über den Bildschirm, um gleich anschliessend von einem zweiten, guten Holzkasperli zurecht gewiesen und geprügelt zu werden. Vermutlich geht es um Preise, denn die scheinen inzwischen die einzigen Argumente im Krieg der Telekommunikation zu sein. Vielleicht gehts auch um etwas anderes, verstanden habe ich das unsinnige und aggressive Geschwafel nicht. Hab auch gar nicht zugehört, weil ich als längst den Kinderschuhen Entwachsener nicht mehr zur Zielgruppe der Kasperlikonsumenten gehöre. Wer bitte wird hier angesprochen? Die Kids? Die haben doch im Zeitalter von Star Wars längst andere Idole als Kasperlis. SVP-Parteigänger? Die hacken zwar gerne auf anderen herum, haben aber im Moment kaum Zeit für TV, weil sie anti-Schengen-Plakate entwerfen müssen. So oder so: Der Spot bewirkt bei mir eine Sehverweigerung und die Entscheidung, beim bisherigen Anbieter zu bleiben. Ich mag solches Kasperlitheater nicht.
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