Das Steuerpaket ist eine echte Bescherung. Leute, die sich engagiert und tiefgründig mit dem netzartigen Gebilde dieses siebensiegligen Werkes auseinander setzen, erleben ein echtes Wechselbad der Empfindungen und Überzeugungen. Kaum hat man geglaubt, irgend etwas verstanden zu haben, kommt wieder ein neuer Gesichtspunkt, und man beginnt erneut zu schwanken. Eines der Argumente, welches den Bürgerinnen und Bürgern die Vorlage beliebt machen soll, ist dasjenige des Eigenheimes. Wer möchte nicht irgendwann in seinem Leben in einem Häuschen mit Gärtchen und Autoabstellplatz wohnen? Kein Wunder also, haben die Befürworter der Vorlage diesen Traum aller Träume in ihrer Kampagne bildhaft und symbolträchtig dargestellt. Zwecks Umsetzung des Anliegens haben sie deshalb Leute ins Bild gesetzt, die sich masslos über ein solches Eigenheim freuen. Besonders auffallend ist ein adretter Herr mit Wohlstandsbäuchlein, den es vor lauter Genugtuung über die (nach der Abstimmung vielleicht erwerbbaren) vier Wände fast vom Stuhl haut. Mit seiner nicht gerade geschmacksneutralen Fliege und dem leicht aufdringlichen Outfit erinnert der Putzmuntere allerdings eher an einen erfolgreichen Auto- oder Inserateverkäufer. Der Betrachter jedenfalls kann sich nicht so recht vorstellen, dass das nun ein typischer Vertreter jener Volksschicht ist, welchem die Vorlage den Haustraum erfüllen soll. Ich wette jedenfalls, dass der Typ längst eine tolle Bleibe besitzt und sich höchstens noch darüber ergötzt, dass er vielleicht bald weniger Steuern zahlen muss.
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