Seit über 40 Jahren gibt es die Lauterkeitskommission. Und in dieser Zeit gab es kaum je Einsprachen gegen Werbung, die an Kinder und Jugendliche gerichtet ist. Und jetzt dies: Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat gleich mehrere Beschwerden eingereicht. Offenbar hat da jemand ein neues Betätigungsfeld gefunden. Zugegeben, die Snickers-Spots sind brutal und die Rüge durchaus begründet, nicht nachvollziehbar ist aber der Rüffel gegen die von Migros und WWF gemeinsam durchgeführte und enorm erfolgreiche Aktion «Stickermania». Während acht Wochen befand sich die Schweiz im Dschungelfieber: Gross und Klein, Jung und Alt - alle sammelten und tauschten Stickerbilder von exotischen Tieren, um Sammelbücher damit zu füllen. Für jeden verkauften Band erhielt der WWF einen Franken, insgesamt kamen so 605\'000 Franken zusammen, welche in Schutzgebiete in Borneo und Madagaskar investiert werden. Bei SKS ist alles des Teufels, was einen kommerziellen Hintergrund hat, selbst wenn die Kinder dabei viel lernen, Spass haben und die Umwelt profitiert. Hier scheinen die Realitäten arg durcheinander geraten zu sein. Und man kann sich fragen, wovor denn die Konsumenten, allen voran Kinder, hier geschützt werden müssen. Die Aktion war weder ungesund noch trieb sie die Teilnehmenden in finanziellen Ruin, sie hat sich vielmehr mit Themen beschäftigt, die lehrreich und deshalb sinnvoll sind.
|