Natürlich könnte man jetzt schadenfreudig sein. Und sich zurücklehnend bestätigt fühlen. Wir haben es ja immer gesagt, dass der Konsum nicht vom Werbevolumen abhängt. Doch das Argument stiess und stösst bei den Werbeverbotsbefürwortern stets auf taube Ohren. Nicht zuletzt auch, weil es in der Schweiz keine Studie gibt, die das im Bereich der alkoholischen Getränke belegen würde. Und auf Zahlen aus dem Ausland gibt hier ohnehin niemand etwas. Und jetzt kommt die Meldung der Alkoholverwaltung, die eine für alle Vernünftigen ungünstige Feststellung macht: Der Pro Kopf Verbrauch an Alkohol hat zugenommen, Jener der Spirituosen sogar besonders stark. Nämlich 3,6 Prozent. Für einmal können die Werber nicht verantwortlich gemacht werden, denn die kommerzielle Kommunikation auf Plakaten für ebendiese Spirituosen ist inzwischen in elf Kantonen verboten. In acht davon sowohl auf öffentlichem wie auf privatem Grund. Und dabei sind mit Basel, Genf, Bern und Zürich (nur öffentlicher Grund) die vier grössten Agglomerationen des Landes betroffen. Würde es stimmen, dass Werbung den Konsum von Alkoholikas ankurbelt, müsste jetzt also ein gegenteiliger Trend feststellbar sein. Dem ist aber nicht so. Das Einzige was kundig ist, ist der Umstand, dass vor allem die grossen und bekannten ausländischen Marken zugelegt haben. Auf Kosten der kleinen einheimischen Konkurrenz, deren Markenpräsenz unter dem Kommunikationsverbot leidet. Auch das ein Argument, auf das wir stets hingewiesen haben. Schadenfreude ist, wie gesagt, nicht angebracht, der Hinweis, dass Werbeverbote offensichtlich nichts nützen, allerdings schon.
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