Die Schweizer National- und Ständeratswahlen sind vorbei. Aber nicht ohne Nachwehen, haben doch die Resultate eine für schweizerische Verhältnisse schon fast dramatische Verschiebung mit sich gebracht. Eine Verschiebung, die zumindest nichts mit der eingesetzten Werbung – und um dieses Thema geht es hier - zu tun hat. Oder eben gerade doch?
Der Reihe nach: Sollte die Wirkung mit dem Aufwand direkt korrelieren, müsste beispielsweise die SVP etwa 120 Nationalratssitze besitzen anstatt 54. Laut den Tamedia-Medien hat die SVP fast 60% der gesamten Werbeausgaben bestritten, allein im Monat August über 3,5 Millionen in die Wahlen investiert, gesamthaft schätzen Experten das Budget auf 15 Millionen. Möglicherweise ist das eine eher konservative Schätzung, wenn man auch die immer mehr aufkommenden Wildplakatierungen auf Privatboden entlang den Strassen einrechnen würde.
Eine interessante Frage bleibt also im Raum bzw. im schweizerischen Siedlungsbrei stehen: gab es einen Overkill? Kann Werbung im Übermass sich selber schaden? Wann beginnt das Übermass? Vielleicht muss man auch gleich das vielzitierte Bonmot von Rudolf Farner, PR-Guru der 80er-Jahre, hinterfragen: «Mit einer Million mache ich aus jedem Kartoffelsack einen Bundesrat.»
Vielleicht bleiben Kartoffelsäcke halt einfach doch Kartoffelsäcke. Vielleicht kann Werbung halt einfach weniger, als uns Werbern lieb ist. Und vielleicht ist das ja nicht nur eine schlechte Nachricht.
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